HiN - Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (ISSN: 1617-5239)

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HiN XIII, 25 (2012)

 À propos Kehlmann Über den Autor
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Frank Holl

„Die zweitgrößte Beleidigung des Menschen sei die Sklaverei ...“
Daniel Kehlmanns neu erfundener Alexander von Humboldt

Zusammenfassung

Daniel Kehlmann gibt vor, mit seinem Roman Die Vermessung der Welt verschwiegene oder übersehene Wahrheiten sichtbar“ zu machen. Dadurch, dass er die Leser bewusst im Zweifel lässt, was historisch belegt und was erfunden ist, entstehen Missverständnisse. Der Beitrag analysiert die wichtigsten Charakteristika des Kehlmann‘schen und des historischen Alexander von Humboldt und weist nach, dass diese nicht übereinstimmen. Der Aufsatz fragt nach Kehlmanns Rolle, der in der Öffentlichkeit gerne die Pose des Gelehrten einnimmt, seine Erfindungen jedoch nicht offenlegt und sie als angebliches Humboldt-Zitat sogar in einem wissenschaftlichen Text publiziert. Der Beitrag kommt zu dem Schluss, dass alle, die etwas für ihre Allgemeinbildung tun möchten, bei Die Vermessung der Welt an der falschen Adresse sind.

 Abstract

With his novel Measuring the World, Daniel Kehlmann pretends „to make visible a reticent and ignored truth“. In leaving the reader intentionally in doubt about what is historically proven and what is invented, Kehlmann’s book prompts misreadings. The article compares the main traits of the „Kehlmannian“ against those of the historical Alexander von Humboldt and documents their mis-matching in some central attributes. Moreover, Kehlmann‘s public and self-declared role as an informed scholar is questioned, especially when he uses fictional Humboldt quotes as if they were a matter of fact (i.e. as part of a foreword to a recent text edition on Charles Darwin). The article comes to the conclusion that those interested in general historical knowledge should not take this novel very seriously.

Resumen

Con su novela La medición del mundo Daniel Kehlmann pretende “de hacer visible una verdad callada e ignorada”. Pero esa verdad es tramposa. El libro de Kehlmann intencionalmente provoca confusiones sobre lo que son los hechos históricos y lo que es pura ficción. Por ende, el artículo compara las principales características del Humboldt “kehlmanniado” con la figura histórica y comprueba sus más evidentes incongruencias. Además, se cuestiona el papel público del auto-declarado erúdito e informado autor Kehlmann, por ejemplo cuando éste introduce – sin declararlo – citas fictícias de Humboldt al prólogo de una edición reciente con textos de Charles Darwin. Con todo eso, el artículo llega a la conclusión de que todos aquellos interesados en conocimiento general histórico no deberían tomar la novela en serio.

* * *

1. Der Humboldt-Hype

Kein Forscher wurde im 19. Jahrhundert häufiger porträtiert als Alexander von Humboldt.[1] Später, lange nach ihm, gab es nur noch einmal einen Wissenschaftler mit einer ähnlichen medialen Resonanz. Es war der Physiker Albert Einstein. Die Humboldt-Porträts unterscheiden sich manchmal so sehr, dass man kaum glaubt, dieselbe Person zu sehen. Nicht viel anders verhält es sich mit den Hunderten von Humboldt-Biografien. Eine vielseitige Gestalt provoziert vielseitige Perspektiven. Von den verschiedensten Seiten hat man versucht, ihn neu zu interpretieren, zu instrumentalisieren und neue Humboldt-Bilder zu schaffen.[2] Daniel Kehlmann hat mit seinem Roman eine neue Sicht auf den Forscher hinzugefügt, zuerst mit seinem Roman Die Vermessung der Welt, und nun – zusammen mit den Regisseur Detlev Buck – mit dem gleichnamigen Film.

Bevor Kehlmanns Roman im Jahr 2005 erschien, machte diesseits und jenseits des Atlantiks die Formulierung von Alexander von Humboldt als „Vordenker für das 21. Jahrhundert“[3] die Runde. Die Formulierung kam 1999 auf, als in Lateinamerika und Deutschland der 200ste Jahrestag seines Aufbruchs in die Tropen der Neuen Welt gefeiert wurde. Bestes Beispiel für diese Neubewertung Humboldts lieferte der Hype um die in der „Anderen Bibliothek“ von Ottmar Ette und Oliver Lubrich 2004 herausgegebene Edition des Kosmos. Für sie entfachte Hans Magnus Enzensberger, der Herausgeber dieser renommierten Reihe, im Frühjahr 2004 zusammen mit dem Eichborn-Verlag eine für ein wissenschaftliches Buch bis dahin niemals gesehene Werbekampagne. Zwar prügelten sich die Käufer nicht mehr, wie 1847, um die ersten Exemplare, aber das Buch erregte Aufsehen. Mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren[4] avancierte der 160 Jahre alte Kosmos nochmals zum Bestseller. Gerne rührten, von Enzensberger animiert, Prominente wie Günther Jauch und Joschka Fischer die Werbetrommel für das Buch. Jauch sprach von Humboldt als dem „ersten Kosmonauten“[5] und Fischer konstatierte: „Er hat die Vereinten Nationen der Wissenschaften gegründet“. „Angesichts der Lage der Bildung in Deutschland“, so Enzensberger damals, sei es dringend notwendig, diesen „mutigen Universalgelehrten“ und „Pionier des modernen wissenschaftlichen Denkens“, „dessen Verständnis der Natur nicht instrumental, sondern ökologisch geprägt war“, auf die Tagesordnung zu setzen.[6] Humboldt wurde zum historischen Superstar des Jahres 2004. Der Spiegel widmete dem Naturforscher eine Lobeshymne, von der Politiker und Popstars nur träumen können. Darin las man unter anderem: „In Berlin war er ein gelehrter Guru, der den Sex-Appeal von Wissen vermittelte.“[7] Matthias Matusseks Beitrag ist die bislang einzige Spiegel-Titelgeschichte mit ausschließlich positiven Aussagen. Bis zum heutigen Tag preist der Pressetext zur Eichborn-Edition den Kosmos als „Humboldts Gegenentwurf zur Heiligen Schrift“ [8]. Und dies, obwohl es von dessen Autor selbst niemals eine Äußerung gab, die in diese Richtung zielte.

Es war eine „Inszenierung der Superlative“, wie Richard David Precht damals schrieb. Und nicht ganz zu Unrecht meinte er: „Es fällt nicht leicht, die unbestreitbaren Verdienste dieser Edition zu loben, so laut werden sie von einem Marketing übertönt, das maßlose Übertreibungen in die Welt setzt und unbedarfte Vergleiche.“[9]

Zur selben Zeit schrieb der damals 29-jährige Autor Daniel Kehlmann an den letzten Kapiteln seines Romans Die Vermessung der Welt. Der Spiegel-Artikel war, wie er später in einem Interview bekannte, „eine Störung meines kreativen Prozesses, weil dieser Humboldt so ganz anders war als meiner. Wenn ich noch am Anfang gewesen wäre, hätte ich mein Buch wahrscheinlich aufgegeben. So aber hatte ich mich nach zwei, drei Wochen wieder in meine Figur eingefunden.“[10] In der Süddeutschen Zeitung beklagte sich Kehlmann damals, am 4. Oktober 2004, in einem Artikel allerdings auch öffentlich: „Jetzt ist also einer, dessen Hauptwerke hundertfünfzig Jahre lang problemlos erhältlich waren, über den hunderte Bücher geschrieben wurden und nach dem mehr Orte auf dem Planeten benannt sind als nach irgend jemandem sonst, offiziell entdeckt. Selten zeitigte der Umstand, dass man dem Kulturjournalismus so ziemlich alles erzählen kann, ein erfreulicheres Ergebnis.“[11]

Während Enzensberger Schul-Patenschaften organisierte, deren Ziel es war, dass alle 30 000 Schüler der 32 deutschen Humboldt-Gymnasien mit Unterstützung prominenter Paten die üppigen Bände kostenlos erhalten konnten[12], erzürnte sich Kehlmann: „Der Kosmos [...]: Völlig unlesbar! Ein Albtraumbuch! Wenn, dann hätte man Humboldts Reiseberichte wieder auflegen müssen, die aber auch total unlesbar sind.“[13]

In seinem Roman über Humboldt und Gauß zeichnete er ein völlig anderes Humboldt-Bild. Er arbeite, so erklärte Kehlmann damals in seinem Artikel vom 4. Oktober 2004, „seit zwei Jahren [..] an einem Roman, der zwar nicht alles, aber viel mit Deutschlands wunderlichstem Weltreisenden, Alexander von Humboldt, zu tun hat. Großartig, dass Deutschland in diesem liebenswerten, einzigartig humorlosen Mann nun plötzlich einen neuen Heros hat.“ [14] Sein Roman erschien im September 2005. In ungeahnter Geschwindigkeit eroberte er die Bestsellerlisten. Er wurde in dutzende Sprachen übersetzt und weltweit bislang mehr als zwei Millionen mal verkauft.[15] Die Vermessung der Welt überflügelte sogar Patrick Süskinds Parfum, den bis dahin erfolgreichsten Roman der deutschen Nachkriegszeit.[16] Der Kehlmann-Hype löste Enzensbergers Humboldt-Hype ab. Misst man sie an der Zahl der verkauften Bücher, schlug die Romanfigur den historischen Humboldt um Längen. Über die von ihm gezeichnete Figur schrieb Kehlmann:

Gerade beim Versuch, von ihm zu schreiben, musste ich mir jene Dreistigkeit im Umgang mit den Fakten aneignen, zu der er sich nicht durchringen konnte. An niemandem sonst lässt sich so klar ex negativo demonstrieren, was Poesie ausmacht: Der Botschafter Weimars in Macondo[17], jener tief neurotische Mann, den sein Bruder für gemütskrank und seine Schwägerin für wahnsinnig hielt, der elektrische Experimente am eigenen Körper mit einer Brutalität durchführte, die versierte Masochisten ins Staunen brächte, der bei Ataruipe Indianerleichen aus Gräbern zerrte, um sich danach über das Entsetzen der Einheimischen zu mokieren, der für den Einzug in Lima preußische Gardeuniform anzog und sich zum Amüsement des Adels weigerte, sein Barometer aus der Hand zu legen, der keinen Hügel passieren konnte, ohne dessen Höhe zu vermessen, und kein Loch, ohne hineinzukriechen, und dessen Weltbild gerade dadurch so berührend ist, dass daran aus heutiger Sicht gar nichts stimmt (der Weltraum sei mit Äther gefüllt; krank werde man durch üble Miasmen; die zweitgrößte Erniedrigung des Menschen sei die Sklaverei, die größte aber die Vermutung, er stamme vom Affen ab); – wie romanhaft war sein Leben, wie dürr erzählte er es, wie wenig kannte er sich selbst.[18]

Kehlmann näherte sich der Figur aus der Perspektive des Künstlers und nicht der des Historikers. Trotzdem, so betonte er immer wieder, habe er intensiv recherchiert. Er habe „sehr, sehr viel gelesen – was allerdings zu bewältigen war, weil es über Humboldt sehr viele Abhandlungen gibt, die einen Überblick herstellen“[19]. Über seine Romanfigur meinte er:

Von ihm erzählen heißt, die Tatsachen bis ins Detail kennen, ihre Leerstellen aber skrupellos mit Erfindung füllen. Ein Schreiben, das mit Humboldts zwanghafter Akkuratesse verführe, würde ihm ebenso wenig gerecht wie seine eigenen Abertausend Seiten, die man so viel leichter lobt, als zu Ende liest.[20]

Welche Tatsachen meinte Kehlmann „bis ins Detail“ zu kennen? Was waren die sogenannten Leerstellen, die er „skrupellos mit Erfindung füllte“. Sind es nur Details, die die Romanfigur von der historischen unterscheiden, wie Kehlmann meint? Oder entstand an Kehlmanns Schreibtisch eine Figur, an der sich zwar eine Millionenleserschaft erfreut, die jedoch – auch im Kern – mit dem historischen Humboldt nur wenig übereinstimmt? Mit anderen Worten: Wie authentisch hat Kehlmann Humboldts Charakter gezeichnet, seine wissenschaftliche Zielsetzung reflektiert und seine politische Haltung wiedergegeben?

2. Der echte und der erfundene Humboldt

Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern, die die Interpretation ihrer Werke den Kritikern und dem Publikum überlassen, gab Kehlmann zum Humboldt seines Romans in Interviews und eigenen Texten viele Statements ab. In einem FAZ-Interview beispielsweise charakterisierte er seine beiden Protagonisten wie folgt: „Der eine, der überall war [Humboldt], der andere [Gauss] , der nirgends war; der eine, der immer Deutschland mit sich getragen hat, der andere, der die wirkliche geistige Freiheit verkörpert hat, ohne jemals irgendwohin gegangen zu sein. Das war der Keim für den Roman“.[21] Humboldt als ein „typisch Deutscher“ – das war eines der Hauptcharakteristika, das Kehlmann seiner Figur mitgab: „Es geht um die Frage: was heißt Deutschsein? In aller Größe und Komik, die dieses Deutschsein ja auch immer wieder hat.“ [22] Über seinen Humboldt sagte er:

Allein die Uniform, die er immer wieder anlegt, oder wenn er bei der Überfahrt neben dem spanischen Kapitän steht und diesen beim Navigieren korrigiert, oder wenn er Indianerleichen ausgräbt und überhaupt nicht versteht, warum er es von da an schwer hat, einen Führer zu finden. Diese ungewollte Komik ist keineswegs die Komik eines Kauzes. Es geht darum, dass solche Begebenheiten sehr viel darüber aussagen, was es heißt, deutsch zu sein. Wir haben es hier zu tun mit einem Weimarer Klassiker, der wirklich ausgesandt wurde, die Weimarer Klassik hinauszutragen, und der mit diesem Weltbild Macondo bereist hat.[23]

Kehlmann suchte den Kontrast, indem er versuchte, Humboldt, den er als Weimarer Klassiker sah, der Welt des magischen Realismus eines Gabriel García Márquez gegenüberzustellen. Oft hat er betont, dass er sich bei der Zeichnung seiner Figuren des Mittels der Satire bediente: „Die Vermessung der Welt ist eine recht aggressive Satire über das Deutschsein.“[24] „Besonders die Darstellung meiner zweiten Hauptfigur, des wunderlichen Barons Alexander von Humboldt, jener Kreuzung aus Don Quixote und Hindenburg, verlangte nach Übersteigerung, Verknappung und Zuspitzung.“[25]

Versucht man eine Zusammenfassung der Hauptcharakteristika der Kehlmann‘schen Romanfigur, ergibt sich folgendes Bild: Kehlmanns Humboldt ist ein klein gewachsener, sich der preußischen Uniform mitsamt Degen auch im Urwald nicht entledigender, pädophiler, überheblicher, humorloser, fast immer schlecht gelaunter, chauvinistischer Forscher. Während seiner Expedition durch die Tropen der Neuen Welt vermisst und zählt er ausnahmslos alles, was für ihn erreichbar ist. Sogar über die Läuse auf den Köpfen der Frauen fertigt er Statistiken an. Von den Kulturen der Neuen Welt nimmt er so gut wie nichts wahr. Es fehlen ihm Kunstsinn und Gespür für Menschen, er ist „den Maschinenmenschen E. T. A. Hofmanns ähnlich.“[26] Als alter Mann erkennt er letztendlich die Nutzlosigkeit seiner wissenschaftlichen Bemühungen.

In seinen Interviews und in der auf Wunsch seines Verlages[27] rasch nach Erscheinen des Romans veröffentlichten Schrift Wo ist Carlos Montúfar? erläuterte Kehlmann seine Arbeitsweise, sein „Spiel mit Fakten und Fiktionen“, wie es im Klappentext des Romans bezeichnet wurde:

Der Erzähler operiert mit Wirklichkeiten. Aus dem Wunsch heraus, die vorhandene nach seiner Vorstellung zu korrigieren, erfindet er eine zweite, private, die in einigen Punkten und vielen gut versteckten von jener ersten abweicht. [...] Immer schon hat die Gattung des Romans, wirksamer vielleicht als irgendeine andere, bestehende Meinungen untergraben – und eine der wirksamsten Arten, das zu tun, besteht darin, sich die Vergangenheit neu zu erzählen und von der offiziellen Version ins Reich erfundener Wahrheit abzuweichen. [...] natürlich (eine Erfahrung, die jeder Recherchierende macht), kommen auf jedes bekannte Detail mehrere Dutzend, über die man nicht genug wissen kann – und die man also erfinden muss, um sie zu kennen.[28]

Später äußerte er: „Das Buch gibt sich als ernsthaftes Geschichtswerk und ist das Gegenteil davon,“ [29] und er bekannte, dass „überhaupt alles, was im Entferntesten als Zitat auftaucht, erfunden ist. Wenn ich Quellen verwende, dann bleiben die unausgewiesen.“[30] „Im Dienste der Wahrheit musste ich eben hier und da die Richtigkeit manipulieren. [...] Bei den Recherchen gewinnt man ein sehr deutliches Bild; doch dann erfindet man auch dazu, um dieses Bild noch deutlicher herauszuarbeiten.“[31] Der seiner Arbeitsweise immanente Widerspruch, einerseits zu glauben, „die Tatsachen bis ins Detail [zu] kennen, ihre Leerstellen aber skrupellos mit Erfindung füllen[32]“ zu dürfen, und dabei trotzdem „im Dienste der Wahrheit“ [33] zu agieren, führte zu Missverständnissen in der Rezeption des Werkes.

Eines dieser Missverständnisse war, dass Die Vermessung der Welt von vielen Lesern als „Doppelbiografie“ angesehen[34] und auch heute noch vielfach so bezeichnet wird. Sogar Detlev Buck, der Regisseur der Romanverfilmung, spricht von „zwei Biografien“[35]. Ein Großteil der Leserschaft folgte alten Rezeptionsgewohnheiten, wie sie zum Beispiel auch Wilhelm von Humboldt formuliert hatte: „Wenn von Biographie die Rede ist, habe ich nun einmal den Begriff von historischer Wahrheit.“[36] Zwar warnte Kehlmann selbst in seinem Buch Wo ist Carlos Montufar? vor historischen Romanen, „sie seien unzuverlässig und trivial“[37]. Doch wer von seiner Leserschaft kannte diese Schrift? Wer nahm die intertextuellen Hinweise auf Erfindungen und Unwahrheiten wahr, in denen der Kehlmann‘sche Gauß sich zum Beispiel darüber beklagt, dass „jeder Dummkopf in zweihundert Jahren sich lustig machen und absurden Unsinn über seine Person erfinden könne“?[38] Wer, der nicht die tatsächlichen Biografien kannte, war in der Lage zu unterscheiden, was im Buch „absurder Unsinn“ war, und was nicht? Doch auch diese Erfindungen, so suggeriert Kehlmann, würden letztendlich der Darstellung einer übergeordneten Wahrheit dienen: „Die große Möglichkeit historischen Erzählens besteht eben darin, Geschichte, vorbei an den festgeschriebenen Versionen, auf solche Art neu zu fassen, dass dabei gemeinhin verschwiegene oder übersehene Wahrheiten sichtbar werden.“[39]

Würde man den Roman einem Faktencheck unterziehen und sachliche Unkorrektheiten in eine Graphik im Stile von Guttenplag übertragen, wäre praktisch jede Seite des Buches farbig markiert. Ein derartiger Faktencheck ist nicht Ziel dieses Beitrages, es geht hier allein um die Frage, auf welche Weise Kehlmann, wie er selbst meint, „im Dienste der Wahrheit“[40] agiert. Dies soll am Beispiel von einigen Hauptcharakteristika seiner Humboldt-Figur untersucht werden.

3. Fakten und Fiktion – Die Provokation von Missverständnissen

3.1 Der inhumane Alexander von Humboldt

In Kehlmanns Roman wird Humboldt eines Morgens am Ufer des Orinoko von den Schmerzensschreien eines Indianers geweckt. Er sieht, wie zwei Priester, die ihn und Bonpland auf der Reise begleiten, einen angeketteten Indianer mit Lederriemen peitschen. Er zögert zwar, greift aber nicht ein: „Bonpland, der dazugekommen war, sah ihn vorwurfsvoll an. Aber sie müssten doch weiter, sagte Humboldt leise. Was solle er denn machen?“[41]

Nicht nur hier, sondern an vielen Stellen des Romans, zeigt Humboldt, der Mann, der, so Kehlmann, „ausgesandt worden war, die Weimarer Klassik hinauszutragen“[42], ein inhumanes Gesicht. Im Originaltext Humboldts allerdings, seiner Reisebeschreibung Reise in die Äquinoktialgegenden des Neuen Kontinents[43], geht der Forscher keineswegs weiter. Er interveniert und befreit den Indianer. Es folgt eine mehrseitige, harsche Anklage Humboldts gegen das „Regiment der Mönche“ und eine Betrachtung über die Begabung und Bildungsfähigkeit der Indianer:

Ein Regiment, das sich auf die Vernichtung der Freiheit der Eingeborenen gründet, tötet die Geisteskräfte oder hemmt doch ihre Entwicklung. [...] Die Indianer am Orinoco haben in den Äußerungen ihrer Freude, im raschen Wechsel ihrer Gemütsbewegungen etwas Kindliches; sie sind aber keineswegs große Kinder, so wenig wie die armen Bauern im östlichen Europa, die in der Barbarei unseres Feudalsystems sich der tiefsten Verkommenheit nicht entringen können. Zwang als hauptsächlichstes und einziges Mittel zur Zivilisierung des Wilden, erscheint zudem als ein Grundsatz, der bei der Erziehung der Völker und bei der Erziehung der Jugend gleich falsch ist. Wie schwach und wie tief gesunken auch der Mensch sein mag, keine Fähigkeit ist ganz erstorben. Die menschliche Geisteskraft ist nur dem Grad und der Entwicklung nach verschieden.[44]

An vielen Stellen seines Werkes über die amerikanische Reise forderte Humboldt die Menschenrechte der Eingeborenen ein und klagte deren Unterdrückung durch den europäischen Kolonialismus an. Besonders die Rolle der Kirche verurteilte er:

Man brachte um, was Widerstand zu leisten wagte, man brannte die Hütten nieder, zerstörte die Pflanzungen und schleppte Greise, Frauen und Kinder als Gefangene fort. […] »Die Stimme des Evangeliums«, sagt ein Jesuit vom Orinoco in den ›Erbaulichen Briefen‹ äußerst naiv, »wird nur da vernommen, wo die Indianer Pulver haben knallen hören [...]. Sanftmut ist ein gar langsames Mittel. Durch Züchtigung erleichtert man sich die Bekehrung der Eingeborenen.«[45]

Ausführlicher und in der Schilderung der Misshandlungen weitaus brutaler hat Humboldt die Missstände des Kolonialsystems in seinen Reisetagebüchern festgehalten.[46] Aber auch in seinen Publikationen wählte der Forscher klare Worte. Sein Politischer Essay über das Vizekönigreich Neu-Spanien endet mit den Sätzen:

Das Glück der Weißen ist aufs innigste mit der kupferfarbenen Rasse verbunden. Es wird in beiden Amerikas überhaupt kein dauerndes Glück geben, als bis diese, durch lange Unterdrückung zwar gedemütigte, aber nicht erniedrigte Rasse alle Vorteile teilt, welche aus den Fortschritten der Zivilisation und der Vervollkommnung der gesellschaftlichen Ordnung hervorgehen.[47]

Solche Aussagen durften in Kehlmanns Buch keinen Raum finden. Ein humaner, mitfühlender, politisch engagierter Humboldt hätte nicht dem Bild des kalten, „roboterhaften“[48] Forschers entsprochen. Freilich lässt Kehlmann Humboldts politische Haltung nicht ganz aus. So kauft seine Figur auf einem Sklavenmarkt drei Sklaven frei. Diese wissen allerdings mit ihrer Freiheit wenig anzufangen:

Sie seien jetzt frei, ließ Humboldt dolmetschen, sie könnten gehen. Sie stierten ihn an. Frei! Einer fragte, wohin sie gehen sollten. Wohin ihr wollt, antwortete Humboldt. Er gab ihnen Geld. Zögernd untersuchten sie die Münzen mit den Zähnen. Einer setzte sich auf den Boden, schloss die Augen und rührte sich nicht mehr, als gäbe es nichts auf der Welt, das ihn interessieren könnte.[49]

Aus mehreren Gründen konnte sich diese Szene so nicht abgespielt haben. Zu jener Zeit gab es im Gebiet des heutigen Venezuela tatsächlich freigelassene Sklaven. Der „echte“ Humboldt selbst berichtet von ihnen. Einige traf er in Cumaná bei einem Tanzabend, und bezeichnete sie als „vornehm“.[50] Die von der Romanfigur freigelassenen Afrikaner hätten also durchaus eine Perspektive gehabt. Die Szene ist jedoch auch aus einem ganz anderen Grund nicht denkbar. Alexander von Humboldt, der mit einem Pass des spanischen Königs durch dessen Kolonialgebiet reiste, hätte es sich niemals erlauben können, dort offiziell Sklaven freizukaufen. Ein derartiger offener Affront gegen das Kolonialsystem hätte seine sofortige Ausweisung aus dem spanischen Hoheitsgebiet bedeutet. Diese und andere Hinweise auf Humboldts Eintreten gegen die Sklaverei erscheinen im Roman kaum mehr als die Marotte eines weltfremden Reisenden.

Auch in der Verfilmung des Romans haben die beiden Romanszenen – der gepeitschte Indianer und das Freikaufen der Sklaven – ihren Platz und werden dort nahe an der literarischen Vorlage umgesetzt.[51]

3.2 Die Indianerskelette

Im Roman und im Film nehmen die menschlichen Skelette, die Humboldt aus der Höhle von Maipures raubt, um sie in Europa anthropologisch untersuchen zu lassen, eine wichtige Stellung ein. Diese Begebenheit hat sich in der Tat ähnlich zugetragen und wurde von Humboldt in seinen Ansichten der Natur und auch in seiner Reise in die Äquinoktialgegenden des Neuen Kontinents beschrieben. Der unmittelbarste Text findet sich in seinem Reisetagbuch, wo es heißt:

Wir suchten recht charakteristische Schädel für [Johann Friedrich] Blumenbach und öffneten daher viele Mapire [Körbe]. Armes Volk, selbst in den Gräbern stört man deine Ruhe! Die Indianer sahen diese Operation mit großem Unwillen an, besonders ein paar Indianer von Guaicia, welche kaum vier Monate lang weiße Menschen kannten. Wir sammelten Schädel, ein Kinderskelett und zwei Skelette erwachsener Personen. […] Die Nacht brach ein, indem wir noch unter den Knochen wühlten. Die Mienen unserer indianischen Führer sagten uns, dass wir diese Grabstätte genug entheiligt hätten und den Frevel endlich endigen sollten. […] Wir schleppten unsere Skelette zu Wasser bis Angostura und von da zu Lande bis [Nueva] Barcelona durch die Missionen der Cariben. Dem Spurgeist der Indianer entgeht nichts. Die Knochen waren in doppelten Mapire und schienen uns völlig unsichtbar. Kaum aber kamen wir in einem Caribischen Dorfe an, und kaum versammelten sich die Indianer, um unsere Tiere (Kapuziner- und Tigeraffen) zu sehen, so waren sogleich die Knochen ausgespürt. Man weigerte sich, uns mulas [Maultiere] zu geben, weil der Kadaver sie töte.[52]

Dass Humboldt der wissenschaftlichen Untersuchung den Vorzug vor dem Respekt gegenüber einer indigenen Kultur eingeräumt und damit eine Grenze überschritten hatte, war ihm wohl bewusst. Aus seiner Schilderung spricht sein schlechtes Gewissen, und auch in seinen späteren Publikationen reflektiert er seine Schuld. Sein Bericht zur Höhle von Ataruipe in den Ansichten der Natur endet mit dem Satz: „Rastlos entfaltet ihre Knospen die zeugende Natur: unbekümmert, ob der frevelnde Mensch (ein nie versöhntes Geschlecht) die reifende Frucht zertritt.“[53]

Über Umwege gelangte einer der Schädel aus Ataruipe tatsächlich zu Blumenbach und wurde in einem seiner Werke abgebildet. Die Skelette der Indianer allerdings gingen bei einem Schiffbruch vor der Küste Afrikas verloren. Humboldt hatte einen jungen Franziskaner, der über Havanna nach Europa reisen wollte, gebeten, sie und einen weiteren Teil seiner Sammlungen mitzunehmen. Auch dieser starb bei dem Unglück.[54]

Mit dem Motiv der geraubten „Indianerleichen“ hat Kehlmann zu Recht einen schwer zu erklärenden Widerspruch zwischen Humboldts an dieser Stelle ungezügeltem Forscherdrang und der für ihn ansonsten typischen, gegenüber den verschiedenen Weltkulturen respektvollen Haltung aufgezeigt.

3.3 Humboldts Mutter

Mehrfach im Roman erscheint der Geist der toten Mutter von Kehlmanns Humboldt, die er zum letzten Mal an ihrem Sterbebett sieht:

Gegen Mitternacht wurden ihre Schreie so laut, schienen so tief aus ihrem sich aufbäumenden Körper emporzudringen, als durchlebte sie einen Höhepunkt der Lust. Er wartete mit geschlossenen Augen. Erst nach zwei Stunden verstummte sie. Als es hell wurde, murmelte sie Unverständliches, als die Sonne in den Vormittagshimmel stieg, sah sie ihren Sohn an und sagte, er solle sich gerade halten, so zu lümmeln sei doch keine Art. Dann wandte sie den Kopf ab, ihre Augen schienen zu Glas zu werden, und er sah die erste Tote seines Lebens.[55]

In Wahrheit war dies weder die erste Tote, die Humboldt sah, noch war er bei ihrem Tode anwesend. Schon als Kind hatte Humboldt Tote gesehen und während seiner anatomischen Studien in Franken und Jena nicht nur Tausende von Tieren, sondern auch Menschen seziert. Marie Elisabeth von Humboldt starb am 19. November 1796. Wilhelm erreichte die Nachricht in Jena, Alexander in Franken. An seinen Freund Karl Freiesleben schrieb er:

Ich kann heute nur hinzusetzen, dass gestern die Nachricht von dem Tode meiner Mutter kam. Vorbereitet war ich längst. Betroffen hat es mich nicht, aber beruhigt, dass sie so wenig litt. Sie war nur einen Tag krank, hatte nur einen Tag heftigere Schmerzen als sonst. Sie verschied sanft. Du weißt, mein Guter, dass mein Herz von der Seite nicht empfindlich getroffen werden konnte. Wir waren uns von jeher fremd, aber wen hätte das unselige, endlose Leiden der Verschiedenen nicht rühren sollen.[56]

3.4 Der uniformierte Humboldt

Der Erzähler in Kehlmanns Roman berichtet: „[Die Frauen] kicherten über den kleinen Mann in seiner Uniform mit der im linken Auge festgeklemmten Lupe.“[57] Kehlmanns Humboldt, den er als eine „Kreuzung aus Don Quixote und Hindenburg“ bezeichnete, trägt eine Uniform: eine „preußische Gardeuniform“[58], wie der Romanautor zu wissen glaubt.[59] Der junge Humboldt, so heißt es im Roman, „machte den Abschluss und bekam eine Uniform. Wo immer er hinkam, sollte er sie tragen.“[60] Er ließ sich sogar „eine zweite anmessen, die er auch nachts im Bett trug.“[61] Auch den Orinoko bereist Kehlmanns Romanfigur in Uniform. Dort erscheint sie „in makelloser Kleidung, den Degen an der Seite“[62]. Vor seiner Ankunft in Mexiko-Stadt, so liest man im Roman, „legte Humboldt Galauniform an.“[63]

In Wahrheit hat Humboldt seine Uniform – es war die eines preußischen Oberbergrats – nicht im Bett und auch in Amerika kaum getragen. Sie diente ihm ausschließlich bei offiziellen Anlässen und war ihm, besonders wegen der Hitze, lästig.[64]. Kehlmanns uniformierter Humboldt bezeichnet sich als ein „Beamter der preußischen Krone.“[65] In Wahrheit war Alexander von Humboldt Privatmann. Mit dem Ende des Jahres 1796 hatte er seine Stelle als preußischer Oberbergrat aufgegeben und das von seiner Mutter ererbte Vermögen für ein unabhängiges Leben als Forschungsreisender eingesetzt. Die Uniform – allerdings ohne Degen – und den Titel des preußischen Oberbergrats nutzte Humboldt bei bestimmten Anlässen jedoch auch weiterhin. Sie öffneten ihm wesentlich leichter die Türen der Repräsentanten in den bereisten Ländern. In Amerika spielte eine amtliche Position, manifestiert durch die offizielle Kleidung, und zudem der Titel eines Barons[66] eine wichtige Rolle. Humboldt war ein Meister der Diplomatie und des Selbstmarketings. Ein Freund des Militärs – auf den Kehlmanns Hindenburg-Vergleich abzielt − war er jedoch mit Sicherheit nicht.

3.5 Der kleinwüchsige Humboldt

An vielen Stellen wird in Die Vermessung der Welt auf Humboldts angebliche Kleinwüchsigkeit angespielt: „Er stand kleingewachsen, aber aufrecht, mit leuchtenden Augen und leicht hängenden Schultern vor dem Schreibtisch des Vorgesetzten.“[67] Berichte von Zeitgenossen, wie z.B. der Berliner Schauspielerin Caroline Bauer zeugen allerdings vom Gegenteil: „Alexander von Humboldt, hoch und schlank, elegant und beweglich wie ein Franzose, tauchte oft [...] an Rahel [von Varnhagens] Teetisch auf.“[68] Tatsächlich war Humboldt – das belegt sein französischer Reisepass – 1,73 m groß.[69] Das war für die damalige Zeit eine durchaus beachtliche Köpergröße. Erst im Alter, als seine Gestalt gebeugter war, wurde er bisweilen als klein wahrgenommen, was vermutlich auch dem Kontrast zu seiner geistigen Größe geschuldet war.

Hat Kehlmann seine Figur kleinwüchsig gestaltet, um sie gnomenhafter erscheinen zu lassen?

3.6 Der pädophile Humboldt

An mehreren Stellen wird im Roman von pädophilen Neigungen Humboldts berichtet. Einmal steht Humboldt nachts ein nackter Indianerjunge gegenüber, der ihn erregt: „Er streckte die Hand aus, um den Jungen wegzuschieben, aber als er dessen feuchte Haut fühlte, zuckte er zurück, als hätte er einen Schlag bekommen. Geh weg, flüsterte er.“[70] Mit seinem Stiefel tritt er ihm mehrfach gegen den Kopf, bis der Junge reglos zusammensinkt: „Schemenhaft sah er den reglosen Körper vor sich. Er packte ihn an den Schultern und zerrte ihn hinaus.“[71] In einem mexikanischen Bergwerk sieht ihm der Bergwerksleiter „träumerisch“ zu, „wie er den Bauchnabel eines kleinen Jungen betastete.“[72] Und viele Jahre später, kurz vor seiner russisch-sibirischen Reise ergibt sich mit seinem Bruder folgender Dialog: „Immer noch die Knaben? Das hast du gewusst? Immer.“[73] An der Homosexualität Humboldts wird heute kaum mehr gezweifelt. Ob er sie allerdings ausgelebt hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben.[74] Auf pädophile Neigungen jedoch deutet nichts hin, geschweige denn auf Gewaltausbrüche eines von seinen Zeitgenossen als äußerst sanftmütig beschriebenen Forschers. Vielmehr kann man Humboldts oft rührendes Engagement für die Förderung jüngerer, begabter Forscher als seine Art verstehen, mögliche homoerotische Neigungen zu sublimieren.

3.7 Humboldt, der „typisch Deutsche“

Kehlmanns Humboldt erfüllt alle Vorurteile eines „typisch Deutschen“. Dazu zählen nicht nur militärisch strikter Ordnungssinn, sondern auch Humorlosigkeit und Patriotismus. Der historische Alexander von Humboldt dagegen stand seinem Land genauso kritisch gegenüber wie allen anderen Ländern der Welt. Er bemerkte einmal: „In Deutschland gehören netto zwei Jahrhunderte dazu, um eine Dummheit abzuschaffen; nämlich eins, um sie einzusehen, das andere aber, um sie zu beseitigen.“[75] Ein Mann, von dem eine solche Bemerkung stammt, hätte nicht in das Kehlmann‘sche Humboldt-Bild gepasst. Deutschland war für ihn ein Land auf dem Globus wie viele andere. Mehr als von anderen, war er von der französischen Kultur geprägt. Seine Mutter stammte aus einer hugenottischen Familie, im Schloss Tegel wurde Französisch genauso gesprochen wie Deutsch. Geprägt war er vor allem von der Französischen Revolution und deren Idealen „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.“ Als der erste Jahrestag der Revolution vorbereitet wurde, war der 21-jähige Alexander von Humboldt selbst in Paris und karrte Sand zum Freiheitstempel, der auf dem Marsfeld errichtet wurde. Bereits im Jahr zuvor, sieben Monate nach dem Sturm auf die Bastille, hatte er geschrieben:

Es gibt ein Aufbrausen unter uns Deutschen, wie jenseits des Rheins. Der Unterschied ist nur der, der französische Enthusiasmus erschüttert den Despotismus, der deutsche läuft dem Lufttänzer [dem Ballonfahrer] Blanchard nach oder lasst sich von einer gelehrten Partei, die sich auf altdeutsche Sitte, Schreien und Schimpfen versteht, fein bei der Nase herumführen. Das Aufbrausen dauert aber nicht lange, die Vernunft kehrt zurück, und man schämt sich, doch ja! Ohne zu bekennen, man habe unrecht gehabt. Mit [Rousseaus] Confessions halten es gar wenige Menschen.[76]

Nach seiner amerikanischen Expedition lebte Humboldt mehr als zwanzig Jahre überwiegend in Paris und publizierte dort sein großes Werk über die amerikanische Reise – auf Französisch wohlgemerkt. Sein Bruder Wilhelm beklagte sich einmal darüber, wie sehr Alexander „aufgehört hat, deutsch zu sein und bis in alle Kleinigkeiten pariserisch geworden ist“[77]. Tatsächlich war Alexander von Humboldt ein Mensch, der Grenzen überbrückte, sowohl in seiner Lebensweise, als auch in seinem wissenschaftlichen Ansatz. Sein globales Netzwerk, das er mit seiner Korrespondenz aufgebaut hatte – er schrieb um die 50 000 Briefe – im Grunde ein spezieller Vorläufer des Internet – war Ausdruck einer von ihm geschaffenen internationalen Gelehrtenrepublik. Etwas explizit „deutsches“ findet sich weder in dieser Idee noch in ihrem Initiator.

3.8 Der unliterarische Humboldt

Kehlmanns Humboldt hat keinen Kunstsinn. Mit Sprache kann er nur beschränkt umgehen. Seine Bücher wie der Kosmos oder das amerikanische Reisewerk sind, so Kehlmann „total unlesbar“[78]. Dies manifestiert sich im Roman vor allem in Humboldts entpoetisierter Version von Goethes „Wanderers Nachtlied“, über die viele Rezensenten reflektiert haben.[79a] Die Humboldt‘sche Idee von der Verbindung von Kunst und Wissenschaft, wie er sie in seiner Theorie von der Kunst als „Anregungsmittel zum Naturstudium“, im zweiten Band des Kosmos darlegte, hätte in Kehlmanns Buch nur gestört. Ein Humboldt‘scher Text wie der folgende wäre im Roman undenkbar:

Schweigend entfernten wir uns von der Höhle von Ataruipe. Es war eine der stillen, heiteren Nächte, die im heißen Erdstrich so gewöhnlich sind. Die Sterne glänzten im milden, planetarischen Licht. Ihr Funkeln war kaum am Horizont bemerkbar, den die großen Nebelflecken der südlichen Hemisphäre zu beleuchten schienen. Ungeheure Insektenschwärme verbreiteten ein rötliches Licht in der Luft. Der dicht bewachsene Boden erglühte von lebendigem, bewegtem Feuer, als hätte sich die gestirnte Himmeldecke auf die Savanne niedergesenkt. Vor der Höhle blieben wir noch öfters stehen und bewunderten den Reiz des merkwürdigen Orts. Duftende Vanille und Gewinde von Bignonien schmückten den Eingang, und darüber, auf der Spitze des Hügels, wiegten sich säuselnd die Wipfel der Palmen. [79b]

Später, in seinen Göttinger Poetikvorlesungen, nahm Kehlmann sein vernichtendes Urteil über den „total unlesbaren“ Humboldt[80] ein wenig zurück: „Humboldt ist – vor allem, wenn er Deutsch schreibt, sein Französisch ist viel blasser – einer der größten Prosaautoren überhaupt; oder vielmehr, er könnte es sein, wenn er sich dazu überwinden könnte, jede gelungene Passage nicht unter Unmengen von Messdaten zu ersticken.“[81] Inzwischen hatte der Autor sich offenbar mit den Originaltexten seines Protagonisten doch etwas näher befasst, allerdings noch immer nicht genug, um ein Urteil über die zahlreichen messdatenfreien Texte Humboldts abzugeben.

3.9 Der Humboldt‘sche Vermessungswahn

„Nach einem halben Jahr in Neuandalusien hatte Humboldt alles untersucht, was nicht Füße und Angst genug hatte, ihm davonzulaufen[82], berichtet der Erzähler. „Er hat diesen ewigen Vermessungswahn – auch dort, wo es überhaupt nicht nötig ist“[83], so charakterisiert Kehlmann seinen Protagonisten. „Die Tragik dieses roboterhaft unverwüstlichen Dschungelreisenden [...] liegt eben darin, dass er die Natur zu unterwerfen wusste, wo er sie fand, selbst jedoch von seinen Millionen Messergebnissen besiegt wurde.“[84] Sein Humboldt sammelt Daten ohne theoretische Grundlage und System. Er ist die Karikatur des Empirikers. Aber Kehlmann karikiert mehr als nur den Empiriker. Er stellt auch die soziale Relevanz der Wissenschaft in Frage:

Was tut Wissenschaft der Welt an? Niemand könnte mit gutem Gewissen sagen, dass wir Wissenschaft nicht haben wollen. Aber gleichzeitig wurde die Welt durch die Vermessung viel weniger poetisch, auch weniger schön. Und die Gewalt der Wissenschaft bekommt natürlich eine ganz erschreckende, überhaupt nicht zu Ende gedachte Dimension mit dem, was wir der Welt durch die Kernspaltung antun.[85]

Humboldt: ein Vorfahre Robert Oppenheimers? Konnte der Forscher aus Schloss Tegel schon mitten im 19. Jahrhundert die Bedrohung der Welt durch wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Kernspaltung absehen? „Wissen und Erkennen sind die Freude und die Berechtigung der Menschheit“[86], schrieb er im Kosmos. Für ihn war die Suche nach Wahrheit ein sich ständig hinterfragender und erneuernder Prozess, an dem er mit Leidenschaft teilnahm: „Prüfen Sie von Neuem, was ich veröffentlicht habe, betrachten Sie alles als falsch, das ist das Mittel, die Wahrheit zu entdecken“,[87] riet er einem jungen Kollegen. „Im wundervollen Gewebe des Organismus, im ewigen Treiben und Wirken der lebendigen Kräfte“, erklärte Humboldt im Kosmos, „führt jedes tiefere Forschen an den Eingang neuer Labyrinthe.“[88] Die weltweiten Verdienste Humboldts für die Wissenschaften, und gerade für die modernen Wissenschaften, wurden in den letzten Jahren ausführlich reflektiert.[89] Vor allem seine Rolle als Förderer und Anreger hat man dabei immer wieder unter verschiedenen Perspektiven betrachtet: „Ich bin viel nützlicher durch die Sachen und Fakten geworden, von denen ich berichtet habe“, schrieb er einmal, „durch die Ideen, die ich bei anderen habe entstehen lassen, als durch Werke, die ich selbst publiziert habe.“[90] Humboldt war alles andere als ein betriebsblinder Empiriker. Seine Wissenschaft schloss den Menschen ein und zielte letztendlich, wo immer möglich, auf einen praktischen Nutzen für die Gesellschaft. Diese Verbindung zwischen Theorie und Praxis, zwischen Forschung und Anwendung, hatte Humboldt erstmals als Verantwortlicher für den Bergbau in Franken praktiziert. Auf der Basis vieler eigener empirischer Studien reformierte er den Bergbau mitsamt der damit verbundenen Industrie und verhalf so der dortigen Region zu einer neuen wirtschaftlichen Blüte.[91]

Wissenschaft und Freiheit waren für ihn nicht zu trennen: „Verlieren wir nie das Zutrauen zu den nützlichen Erfolgen der Forschung, unterwerfen wir uns nie einem die Freiheit des Gedankens schmälernden Einflusse!“[92] Von einem Scheitern der Humboldt‘schen Ideen, wie sie im Roman anklingt, kann keine Rede sein.

3.10 Das zweitgrößte Übel: die Sklaverei

Die Rede, die Kehlmanns Protagonist auf der Berliner Naturforschertagung 1828 hält, ist eine bunt zusammengewürfelte Collage aus Versatzstücken Humboldt‘scher Terminologie. Die Romanfigur kommt dabei zu folgendem Schluss:

So steige das Leben durch Stadien wachsender Verbergung seiner Organisation, bis es jenen Sprung mache, den man getrost den weitestmöglichen nennen könne: den Blitzschlag der Vernunft. Hin zu ihm finde keine Entwicklung in Graden statt. Die zweitgrößte Beleidigung des Menschen sei die Sklaverei. Die größte jedoch die Idee, er stamme vom Affen ab.[93]

Der letzte Satz findet sich so bereits fast wörtlich in Kehlmanns erster öffentlicher Kritik an Humboldt vom Oktober 2004, der gesagt haben soll: „[...] die zweitgrößte Erniedrigung des Menschen sei die Sklaverei, die größte aber die Vermutung, er stamme vom Affen ab – wie romanhaft war sein Leben, wie dürr erzählte er es, wie wenig kannte er sich selbst.“[94] In vielen Interviews hat Kehlmann diese angebliche Aussage Humboldts später wiederholt. Er nennt sie auch in seiner Schrift „Wo ist Carlos Montúfar“, in der er sich auch über die Enzensbergersche Humboldt-Kampagne äußert:

[Humboldt] galt plötzlich wieder, wie schon Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als Vorbild für Schulkinder, denen sein tausendseitiges Spätwerk zur Lektüre empfohlen wurde. Der Weltraum, lasen sie dort, sei mit Äther gefüllt, krank werde man durch üble Miasmen, die zweitgrößte Erniedrigung des Menschen sei die Sklaverei, die größte aber die Behauptung, er stamme vom Affen ab.[95]

Warum hat diese Aussage für Kehlmann eine derartig zentrale Bedeutung? Diese angebliche Bekundung findet sich weder im Kosmos, noch in einem anderen Werk Alexander von Humboldts. Der Satz des historischen Humboldt im Politischen Essay über die Insel Kuba lautet: „Ohne Zweifel ist die Sklaverei das größte aller Übel, welche die Menschheit gepeinigt haben.“[96] Hielt es Kehlmann für notwendig, die Sklaverei an die zweite Stelle im Wertesystem der Figur zurückzustufen, weil der inhumanen, kalten, robotergleich durch die Welt reisenden Forscherfigur eine derartige humane und politisch engagierte Anklage nur schwer zugeschrieben werden konnte? Im Roman musste Humboldts Haltung gegen die Sklaverei jedenfalls zur Marotte werden. Er kauft Sklaven frei, die mit ihrer Freiheit nichts anzufangen wissen, und er beklagt – was er in Wahrheit dort nicht tat – gegenüber dem U.S-amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson, der selbst Sklaven hielt, „den Alpdruck der Sklaverei“ und erhält deshalb einen Fußtritt unter dem Tisch.[97]

Als im Jahr 1856 in den Vereinigten Staaten eine englischsprachige Ausgabe von Humboldts Politischem Essay über die Insel Kuba erschien, in der der Übersetzer, der U.S.-Amerikaner John Sidney Thrasher, das Kapitel über die Sklaverei getilgt hatte, protestierte Alexander von Humboldt im Juli 1856 in einer Presseerklärung, die in den USA und Deutschland publiziert wurde, aufs Schärfste: „Auf diesen Teil meiner Schrift lege ich eine weit größere Wichtigkeit als auf die mühevollen Arbeiten astronomischer Ortsbestimmungen, magnetischer Intensitäts-Versuche oder statistischer Angaben.“[98] Ein Jahr später initiierte er in Preußen ein Gesetz mit folgendem Wortlaut: „Sklaven werden von dem Augenblicke an, wo sie preußisches Gebiet betreten, frei. Das Eigentumsrecht des Herrn ist von diesem Zeitpunkte ab erloschen.“[99]

3.11 Darwin und die Abstammung vom Affen

„Die zweitgrößte Beleidigung des Menschen“, lässt Kehlmann seinen Humboldt sagen, „sei die Sklaverei. Die größte jedoch die Idee, er stamme vom Affen ab.“[100] Auch letzteren Satz kann Alexander von Humboldt nicht gesagt haben. Die Theorie, dass der Mensch vom Affen abstamme, wurde erst nach Humboldts Tod erörtert. 1871 legte Charles Darwin in seinem Buch The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex (Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl) dar, dass die Menschen sich aus einem gemeinsamen affenähnlichen Vorfahren entwickelt haben müssen. Er griff dabei Ideen auf, die Thomas Henry Huxley ab 1863 und Ernst Haeckel ab 1868 öffentlich vertreten hatten. Alexander von Humboldt, der 1859 starb, konnte davon nichts wissen.

Aber auch wenn man den Ausspruch des Kehlmann‘schen Humboldt metaphorisch interpretiert, kommt er der Wahrheit nicht näher. Alexander von Humboldt war kein Gegner der Darwinschen Evolutionstheorie. Darwins im Jahr 1859, wenige Monate nach Humboldts Tod erschienene Buch Die Entstehung der Arten konnte er ebenfalls nicht kennen.[101] Und es ist ziemlich sicher, dass er diese Theorie nicht abgelehnt hätte. Humboldts Kollege Emil du Bois-Reymond bezeichnete Humboldt später als „Evolutionisten“ und „vordarwinistischen Darwinisten“[102]. Sicher war er nicht der Vater der Evolutionstheorie, dazu war Humboldts Naturbild noch zu statisch, aber als Bewunderer der früheren Arbeiten Darwins hätte er sich dessen Evolutionstheorie wohl kaum widersetzt. Vermutlich hätte er ihm gratuliert und ihm, wie bereits 1839, etwas zur Evolution der wissenschaftlichen Erkenntnis geschrieben:

Sie sagen mir in Ihrem freundlichen Brief, dass meine Art, die Natur der heißen Zonen zu studieren und zu zeichnen, dazu beitragen konnte, in Ihnen den Eifer und das Verlangen nach weiten Reisen zu entfachen. Nach der Wichtigkeit Ihrer Arbeit wäre das der größte Erfolg, den meine schwachen Arbeiten erreichen konnten. Die Werke sind nur gut, soweit sie bessere entstehen lassen.[103]

4. Die Wirkung

„Humboldt war ein Päderast! Warum schenken Sie ihm eine derartige Aufmerksamkeit?“ Mit diesen Worten beschwerte sich ein Besucher des German Historical Institutes in Washington lautstark während einer Veranstaltung aus Anlass des 150sten Todestages Alexander von Humboldts am 4. Mai 2009.[104] Auf die Frage eines Historikers, welche Belege er dafür habe, nannte er die „Biographie“ von Daniel Kehlmann. Aber auch Autoren, denen man einen vorsichtigeren Umgang mit dem Roman zutrauen sollte, erkannten nicht den fiktiven Charakter der Kehlmann‘schen „Wahrheiten“. So liest man in der 2009 erschienenen rororo-Monographie vom Humboldt-Biographen Thomas Richter folgende Aussage über die historischen Fakten in der Vermessung der Welt: „Die historischen Ereignisse sind in diesem Roman exakt wiedergegeben“.[105] Unter Mathematikern und Physikern ist, wie der Verfasser dieses Beitrages selbst erfahren hat, ein von Kehlmann erfundenes Humboldt-Zitat sehr beliebt. Es lautet: „Bücher ohne Zahlen beunruhigen mich“. [106] Mittlerweile findet es sich sogar schon als Motto für ein Kapitel eines Lehrbuchs zur Verkehrsdynamik.[107]

Wie der erfundene Humboldt aber auch auf anderen Wegen aus Kehlmanns Roman in die reale Welt gelangt, zeigt sich in der Einleitung der Neuedition von Charles Darwins Reisetagebuch Die Fahrt der Beagle aus dem Jahr 2006. Dort findet sich folgende Passage:

Darwin nahm seine Kusine und Kindheitsfreundin Emma Wedgwood zur Frau und zog sich zurück. In der Abgeschlossenheit des Landlebens, beschützt von der Familie und dem ererbten Vermögen, entstand seine Theorie von der Entstehung der Arten, der Unvererbbarkeit des Erworbenen, der Gewordenheit des Menschen durchs Spiel des Zufalls. Die zweitgrößte Beleidigung des Menschen sei die Sklaverei, hatte Humboldt ausgerufen, die größte aber die Behauptung, er stamme vom Affen ab. Eine Verständigung zwischen beiden kam nicht zustande. [108]

Der Autor der Einleitung ist kein anderer als Daniel Kehlmann selbst. Ist dies ein postmodernes Spiel mit seiner Leserschaft? Ist es Hybris? Ist es ein augenzwinkerndes „Catch me if you can“? Jedenfalls findet sich Kehlmanns erfundenes Humboldt-Zitat seit 2006 auch in einem wissenschaftlichen Text. Damit setzt Kehlmann sein „Spiel mit Fakten und Fiktionen“ auch im Bereich der wissenschaftlichen Literatur fort. Dort sind Fiktionen allenfalls dann zugelassen, wenn sie explizit deklariert sind und wie auch immer der Wahrheitsfindung dienlich sind. Ein erfundenes Zitat als solches nicht auszuweisen kommt im wissenschaftlichen  Kontext einer Fälschung gleich. Im „sozialen System Wissenschaft“, wie Niklas Luhmann es nennt, ist Wahrheit der zentrale Begriff. Wer hier öfters Unwahrheiten verbreitet, verliert sein Ansehen innerhalb des Systems und sein Anrecht, weiter ernst genommen zu werden.[109]

5. Kehlmann – der Gelehrte. Ein Paradoxon

Daniel Kehlmann ist zweifellos ein sehr talentierter Schriftsteller. Aber er ist kein Historiker. Über sein Buch sagt er:

Es beginnt zwar wie ein historisches Sachbuch, bis es dann plötzlich kippt, weil natürlich Dinge berichtet werden, die überhaupt nicht mehr sachbuchhaft, sondern romanhaft und frei erfunden sind. Es sollte so klingen, wie ein seriöser Historiker es schreiben würde, wenn er plötzlich verrückt geworden wäre.[110]

Kehlmann bewegt sich dabei auf einer Grenze, die bei den Lesern rasch zu Missverständnissen führen kann. Es ist die Grenze zwischen literarischer und historischer Wirklichkeit: „Im Dienste der Wahrheit musste ich eben hie und da die Richtigkeit manipulieren.“[111] In seinen Göttinger Vorlesungen befasste er sich mit diesem Widerspruch:

Es ist seit alters her eine Domäne der Literatur, ihre eigenen Versionen historischer Personen nachzuerschaffen. [...] Der historische Mensch selbst ist gewissermaßen ein Magnet, und um ihn herum ist ein Feld, in dem man sich erfindend bewegt. Kommt man der ursprünglichen Gestalt zu nahe, dann schreibt man einfach eine Biographie, und das ist nicht Sinn der Sache. Entfernt man sich aber so weit, dass die Kraft ihres Feldes nicht mehr spürbar ist, so hat man das künstlerische Recht verloren, diese Namen zu verwenden, und man unternimmt etwas ganz Sinnloses.[112]

Kehlmann macht es dabei seinen Lesern nicht leicht. Denn wer, außer einigen wenigen Humboldt-Experten, kann beurteilen, wie nahe sich Kehlmann noch an der Kraft des Magnetfeldes der Wahrheit der Figur bewegt? Kehlmann ist sich dabei recht sicher: „Die große Möglichkeit historischen Erzählens besteht eben darin, Geschichte, vorbei an den festgeschriebenen Versionen, auf solche Art neu zu fassen, dass dabei gemeinhin verschwiegene oder übersehene Wahrheiten sichtbar werden.“[113] Der Autor Kehlmann beansprucht somit, neue Wahrheiten sichtbar zu machen. Er ist damit, nach seiner eigenen Logik, nicht nur Schöpfer seiner literarischen Figuren, sondern auch Enthüller einer bislang übersehenen historischen Wahrheit.

Nach dieser Logik ist es dann auch gerechtfertigt, in wissenschaftlichen Texten wie der Einleitung zur Darwin-Edition, objektiv unrichtige, erfundene Humboldt-Zitate zu verwenden. Denn sie sind nach Kehlmanns Logik etwas, das der Wahrheit dient: „Im Dienste der Wahrheit musste ich eben hie und da die Richtigkeit manipulieren.“[114] Die Kunst ist, so Kehlmann, „zweitklassig [...] gegenüber der Natur“. Sie muss „ihr aber manchmal dennoch etwas hinzufügen [...], denn das Wirkliche ist nicht immer, nicht in allen Fällen, das Wahre.“[115] Sieht Kehlmann sich hier in der Rolle des Dichters als Seher? Oder sogar, mit Wilhelm Dilthey formuliert, des „Dichters als Seher der Menschheit“?

In jedem Fall stellt er sich mit dieser Aussage gegen die Regeln des Systems Wissenschaft, in dem die Wissenschaftler als „Wahrheitssucher“ nachvollziehbare, überprüfbare Regeln einhalten müssen um am Diskurs teilzunehmen.[116] Kehlmann verweigert sich dieser Regeln:

Ich berichte ja Dinge, die nicht nur historisch nicht überliefert sind, sondern es auch gar nicht sein können. Damit ist der Ansatz grundsätzlich ironisch gebrochen, nicht nur den Figuren, sondern der gewählten Form selbst gegenüber. Aus diesem Grund war es auch von Anfang an klar, dass das Buch keine Widmung, keine Dankesworte, keine Literaturliste enthalten würde – nichts, was sich auf meine Recherchen bezieht, was sozusagen meine eigene Stimme unverstellt neben die Ironie des Erzähltons stellen würde.[117]

Während andere Autoren historischer Romane ihre Arbeitsweise und Quellen offenlegen, widersetzt sich Kehlmann dieser Offenheit. Er fügt den historisch überprüfbaren Fakten eigene, erfundene hinzu, ohne klarzustellen, um welche es sich handelt.[118] Dadurch erschwert er denjenigen eine Rezeption, die etwas über die historische Person und die tatsächliche Geschichte erfahren wollen: „Selbst wenn es zufällig so gewesen sein sollte, wie ich es schildere – was ich, unter uns gesagt, durchaus für möglich halte –, so wäre [der Roman] trotzdem nicht in landläufigem Sinn „zutreffend“.[119] Kehlmann weigert sich, dem Leser eine Brücke zwischen Fiktion und Fakten zu bauen. Er begründet dies damit, dass

[...] auf einem Roman das Wort »Roman« steht [und damit] schon vor dem ersten Wort ein Pakt zwischen Erzähler und Leser geschlossen wird, der besagt, dass der Leser alles hinnehmen und nichts glauben wird. »Suspension of disbelief« nannte das Coleridge.[120]

Wie oben an einigen Beispielen gezeigt, verwirrt eine solche Haltung die Leser. Sie verwirrt sogar Autorenkollegen, die im selben Verlag publizieren, wie den Humboldt-Biografen Thomas Richter. Sie verwirrt insbesondere auch deshalb, weil Kehlmanns fiktive Figuren Namen realer historischer Persönlichkeiten tragen. „Natürlich hätte ich dabei die Namen ändern können – Friedland statt Humboldt, Kumpf statt Gauß oder so etwas. Aber das wäre mir feige vorgekommen.“[121]

Zeugt es von Mut, fiktiven Figuren Namen von historischen Persönlichkeiten zu geben? Neben der Verweigerung, die Fiktionen in seinem Roman als solche kenntlich zu machen, ist ein weiterer Grund für die Verwirrung, die Kehlmann stiftet, seine Pose des Gelehrten, die er in den Essays zur Literatur, aber auch in Talkshows, z. B. mit Thomas Gottschalk, einnimmt. Hier ergibt sich das Paradoxon, dass das Publikum und die Talkrunde per se demjenigen, der die Rolle des Gelehrten spielt, glaubt und vertraut, so wie auch Gottschalk, der meinte, Alexander von Humboldt durch Kehlmann nun endlich verstanden zu haben.[122]

Eine hervorragende Quelle für die Rezeptionsforschung sind die Amazon-Feedbacks. Aus ihnen wird deutlich, wie groß die Anzahl der Leser ist, die, wie Thomas Gottschalk, dem Missverständnis erliegen, den Roman Die Vermessung der Welt und seine Protagonisten im Großen und Ganzen als wahr anzusehen und meinen, sich durch ihn bilden zu können.[123]

Wie sehr dem Wahrheitsgehalt des Romans vertraut wird, zeigt auch die Rezension von Elmar Krekeler in der Welt vom 13. Juni 2007. Krekeler führt den Erfolg des Buches darauf zurück, dass es einen „Bildungshunger“ stille und dem „neu erwachten Bildungsbürger gerade recht“ komme.[124] Wie sehr allerdings der Autor Kehlmann die Realität mit Fiktionen vermischt (oder verwechselt?), zeigt sich zum Beispiel an seinem Verhältnis zur Alexander-von-Humboldt-Forschungsstelle. In seiner Göttinger Poetik-Vorlesung berichtet er:

Die Humboldt-Forschungsstelle der Brandenburgischen [sic] Akademie hat sich sehr bei mir beschwert, weil sie fast wöchentlich Anrufe von Leuten bekommt, die wissen möchten, ob der kleine Wilhelm wirklich versucht hat, den kleinen Alexander umzubringen. Ich finde ja, sie sollten sich darüber freuen, wann hat schon die Humboldt-Forschungsstelle zuletzt so interessante Anfragen bekommen? [125]

Der Dichter als Seher? Zumindest bis zum heutigen Tag hat sich kein Mitarbeiter dort gefunden, der diese Geschichte bestätigen könnte.[126]

Mit Die Vermessung der Welt hat sich Kehlmann aus dem Bastelkasten der Geschichte bedient und historische Fakten mit Erfindungen vermischt. In Anlehnung an den magischen Realismus nennt er dieses Verfahren „gebrochener Realismus“[127]: „Das Buch gibt sich als ernsthaftes Geschichtswerk und ist das Gegenteil davon.“[128] Er gibt jedoch vor, „im Dienste der Wahrheit“ zu agieren: „Im Dienste der Wahrheit musste ich eben hie und da die Richtigkeit manipulieren.“[129] Seine Absicht ist es dabei, dass „gemeinhin verschwiegene oder übersehene Wahrheiten sichtbar werden“[130].

Vergleicht man seine Figur jedoch mit dem historischen Alexander von Humboldt – und versucht dabei bei aller Subjektivität, der sich auch der Literaturwissenschaftler und Historiker nicht entziehen kann, so objektiv und wahrheitsnah wie möglich zu sein, muss man erkennen, dass wesentliche Charakteristika der Kehlmann‘schen Figur nicht mit dem wirklichen Alexander von Humboldt übereinstimmen. Es handelt sich dabei, wie oben gezeigt, nicht um Marginalien, sondern um grundlegende Eigenschaften der Figur. Alexander von Humboldt war kein klein gewachsener, roboterhaft in Uniform und mit Degen den Urwald untersuchender, pädophiler, überheblicher, humorloser, fast immer schlecht gelaunter, chauvinistischer Forscher. Er war auch nicht der positivistische Läusezähler, als den Kehlmann ihn hinstellt. In Wahrheit machten sich Bonpland und Humboldt einen Spaß daraus, die jungen feinen Damen mit ihrem Mikroskop zu beeindrucken.[131]

Humboldt setzte sich für die Rechte der Indianer ein, die im Roman kaum mehr als Staffage sind und bezeichnete Bauwerke der Kulturen der Neuen Welt wie der Chimú als „Denkmäler der großartigen Zivilisation“[132]. Er war beileibe kein „Maschinenmensch.“[133] Der „echte“ Alexander von Humboldt engagierte sich sein Leben lang für die Ideale der Französischen Revolution und für die Menschenrechte. Sein Einsatz gegen die Sklaverei war ihm, wie er öffentlich bekannte, weitaus wichtiger als „die mühevollen Arbeiten astronomischer Ortsbestimmungen, magnetischer Intensitäts-Versuche oder statistischer Angaben.“[134] Warum fehlen in Kehlmanns Roman Aussagen wie diese:

Die Mönchszucht […] in die Wildnisse der Neuen Welt verpflanzt […], muss desto verderblicher wirken, je länger sie andauert. Sie hält von Generation zu Generation die geistige Entwicklung nieder, sie hemmt den Verkehr unter den Völkern, sie weist alles ab, was die Seele erhebt und den Vorstellungskreis erweitert.[135]

Warum fehlt ein Satz wie:

Ich habe bei den sogenannten „wilden“ Völkern die erhabensten Begriffe von Gott, Tugend, Freundschaft in den Anfangen ihrer Sprache gefunden, in deren tiefe Wahrheit mich hineinzudenken mir nur gelang, wenn ich mich ganz von europäischen Anschauungen, zumal von Äußerlichkeiten, im Geiste losmachte.[136]

Es fällt schwer zu glauben, dass die Erfindungen in Die Vermessung der Welt die Wahrheit besser sichtbar machen sollen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Daniel Kehlmann – mit dem Blick auf den Erfolg beim breiten Publikum – die Figur mit erfundenen Charakteristika attraktiver machen und zudem Vorurteile gegen Wissenschaftler bedienen wollte. Dieses Kalkül funktionierte perfekt. Das Publikum und der Buchmarkt haben es ihm gedankt.

Dem Film von Detlev Buck liegt dasselbe Konzept zugrunde. In edlen Bildern darf der nach Kehlmann’schen Kriterien designte Humboldt nun die Sensationslust des Publikums bedienen und dabei auch mal zur Pistole greifen und auf einen Angreifer schießen, oder, zusammen mit indianischen Kannibalen, gegrilltes Menschenfleisch essen. Bonpland rettet eine Frau, die im Fluss von einem Zitteraal angefallen wird, und jede Menge nackte Busen erfreuen – dreidimensional – den Kinobesucher.

Im Grunde ist Die Vermessung der Welt ein antiaufklärerisches Buch. Im besten Fall ist es nicht mehr als ein sinnfreier historischer Spaß. Dieser geht allerdings auf Kosten zweier Personen, die sich nicht mehr wehren können.[137] Dieser reichlich sinnfreie Spaß traf wie kein anderes „historisches“ Buch den Nerv des Publikums. Vermutlich ist der große Erfolg zu einem beachtlichen Teil auf die Erwartung zurückzuführen, etwas aus dem Buch zu lernen und dabei auch ab und zu unter die Bettdecken zweier berühmter Männer zu blicken. Das bestätigen viele Amazon-Feedbacks. Wer allerdings etwas für seine Allgemeinbildung tun möchte, ist bei Die Vermessung der Welt an der falschen Adresse. In einem Amazon-Feedback bringt es der Leser „michaelbyron“ auf den Punkt: „Der Erfolg dieses Buches [...] zeigt nicht etwa ein Wiedererstarken des Bildungsbürgertums, sondern den Untergang desselben.“[138]

* * *

Zitierweise

Holl, Frank (2012): „Die zweitgrößte Beleidigung des Menschen sei die Sklaverei ...“ – Daniel Kehlmanns neu erfundener Alexander von Humboldt. In: HiN - Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam - Berlin) XIII, 25, S. 46-62. Online verfügbar unter <http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin25/holl.htm>

Permanent URL unter <http://opus.kobv.de/ubp/abfrage_collections.php?coll_id=594&la=de>


 

[1] Für das kritischen Gegenlesen dieses Textes danke ich sehr herzlich Ingo Schwarz, dem Leiter der Alexander von Humboldt-Forschungsstelle, meinem Humboldt-Forscher-Kollegen Eberhard Schulz-Lüpertz und dem Münchner Literaturwissenschaftler Michael Backes.

[2]  Vgl. Nicolaas A. Rupke: Alexander von Humboldt – A Metabiography. Chicago und London: The University of Chicago Press 2008.

[3]  Vgl. Frank Holl und Kai Reschke: »Alles ist Wechselwirkung« - Alexander von Humboldt. In: Holl, Frank (Hg.): Alexander von Humboldt – Netzwerke des Wissens. Ausstellung in Berlin und Bonn. Ostfildern: Cantz 1999, S. 15.

[4] Auskunft per E-Mail von Dieter Muscholl, dem Pressesprecher des Eichborn-Verlages vom 5. September 2011.

[5] Nach dem vom Eichborn-Verlag betreuten und inzwischen vom Netz genommenen „Humboldt-Portal“, <http://www.humboldt-portal.de>.

[6] Ebd.

[7]  Matthias Matussek: Der geniale Abenteurer. In: Der Spiegel 38/2002, S. 170 <http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-32134706.html>.

[8] Pressetext des Humboldt-Kontors, Die Andere Bibliothek <http://www.uni-potsdam.de/romanistik/ette/ette/publikationen/pub_ed-2004.html>. Zitat u. a. auch heute noch im Buchangebot bei Amazon.de.

[9]  Richard David Precht: Ein Superstar von gestern. In: Literaturen, November 2004 <http://www.cicero.de/salon/ein-superstar-von-gestern/45370>.

[10]  Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos.« Der Bestseller-Autor Daniel Kehlmann über die Entstehung seines Forscherromans Die Vermessung der Welt. Ein Spiegel-Gespräch mit Matthias Matusek, Matthias Schreiber und Olaf Stampf. In: Der Spiegel, 5. Dezember 2005. Zit. nach Nickel, Gunther (Hg.): Daniel Kehlmanns ‚Die Vermessung der Welt’. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2008, S. 38

[11]  Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros. In: Süddeutsche Zeitung, 5. Oktober 2004.

[12]  Esteban Engel: Grenzüberschreitender Wagemut. In: Frankfurter Neue Presse, September 2004 <http://www.fnp.de/fnp/themen/literatur/buchkritiken/grenzueberschreitender-wagemut_5rmn01.c.1857043.de.html>.

[13]  Daniel Kehlmann: »Ich kann nicht rechnen.« Interview mit Klaus Nüchtern und Klaus Taschwer. In: Falter, 23. September 2005, S. 2 <http://www.falter.at/falter/2005/09/20/ich-kann-nicht-rechnen/>.

[14] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[15]  Mikulicz-Radecki, Wenka / Töteberg, Michael (Hg.): Die Vermessung der Welt. Das Buch zum Film. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag 2012, S. 152.

[16]  Wilhelm Haefs: »Deutschlands literarischer Superstar«? Daniel Kehlmann und sein Erfolgsroman Die Vermessung der Welt im literarischen Feld. In: Joch, Markus / Mix, York-Gothard / Wolf, Norbert Christian / Birkner, Nina (Hg.): Mediale Erregungen? Autonomie und Aufmerksamkeit im Literatur- und Kulturbetrieb der Gegenwart. Tübingen: Niemeyer 2009, S. 234.

[17]  Eine fiktive Stadt in Gabriel García Márquez‘s Roman Hundert Jahre Einsamkeit.

[18] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[19] Daniel Kehlmann: »Ich kann nicht rechnen.« Interview mit Klaus Nüchtern und Klaus Taschwer.

[20] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[21]  Daniel Kehlmann: »Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker«. Gespräch mit Felicitas von Lovenberg. In: FAZ, 9. Februar 2006. Zit nach Nickel, Gunther (Hg.): Daniel Kehlmanns ‚Die Vermessung der Welt’, S. 27.

[22]  Daniel Kehlmann: Die Größe und Komik des Deutschseins. Interview mit Kirsten Schmidt. In: Hamburger Morgenpost, 29. September 2005.

[23] Daniel Kehlmann: »Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker«, S. 27.

[24] Ebd., S. 30.

[25]  Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar? In: Ders.: Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2005, S. 15.

[26] Ebd., S. 23.

[27]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze. Poetikvorlesungen. Göttingen: Wallstein 2007, S. 35.

[28] Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar?, S. 10, 12 u. 13.

[29]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 22.

[30] Daniel Kehlmann: »Ich kann nicht rechnen«.

[31] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[32] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[33] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[34]  Auch viele Rezensenten sahen das Buch als Biografie an. Vgl. Klaus Zeyringer: Vermessen. Zur deutschsprachigen Rezeption der „Vermessung der Welt“. In: Nickel, Gunther (Hg.): Daniel Kehlmanns ‚Die Vermessung der Welt’, S. 78-94.

[35]  Mikulicz-Radecki, Wenka / Töteberg, Michael (Hg.): Die Vermessung der Welt, S. 154.

[36]  Wilhelm von Humboldt: Briefe an eine Freundin. Leipzig: Brockhaus 1847, Brief vom 16. Dezember 1828, S. 380.

[37] Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar?, S. 11.

[38]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt. Roman. Rowohlt 2005, S. 9.

[39]  Daniel Kehlmann: »Wie ein verrückter Historiker.« Interview mit Daniel Kehlmann, 31. August 2005. In: Volltext <http://volltext.net/magazin/magazindetail/article/61/>.

[40] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[41]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 118.

[42] Daniel Kehlmann: »Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker«, S. 27.

[43]  Sie erschien zwischen 1814 und 1832 auf Französisch und in deutscher Übersetzung zwischen 1815 und 1832 und später auch in anderen Ausgaben. Vgl.  Horst Fiedler und Ulrike Leitner: Alexander von Humboldts Schriften. Bibliographie der selbständig erschienenen Werke. Berlin: Akademie Verlag, 2000, S. 70-88.

[44]  Alexander von Humboldt: Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents. Bd. 2. Hg. von Ottmar Ette. Frankfurt am Main: Insel 1999, S. 859 f.

[45] Ebd., S. 864 f.

[46]  Vgl. dazu ausführlich die Texte „Missionen“ (Reisetagebuch, Lima (Peru), 23. Oktober – 24. Dezember 1802), und „Kolonien“ (Reisetagebuch, Guayaquil (Ecuador), 4. Januar – 17. Februar 1803). In: Humboldt, Alexander von: Lateinamerika am Vorabend der Unabhängigkeitsrevolution. Eine Anthologie von Impressionen und Urteilen, aus seinen Reisetagebüchern zusammengestellt und erläutert durch Margot Faak. 2. Auflage. Akademie Verlag: Berlin 2003, S. 138-147 und S. 63-67.

[47]  Humboldt, Alexander von: Versuch über den politischen Zustand des Königreichs Neu-Spanien. 5 Bände. Tübingen: Cotta 1809–1814, hier Bd. 5, S. 55.

[48] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[49]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 71.

[50]  Vgl. Humboldt an Reinhard und Christiane von Haeften, Cumaná, 18. und 20. November 1799. In: Alexander von Humboldt: Briefe aus Amerika 1799–1804. Hg. von Ulrike Moheit. Berlin: Akademie Verlag 1993, S. 65 f.

[51]  Mikulicz-Radecki, Wenka / Töteberg, Michael (Hg.): Die Vermessung der Welt, S. 53 f. und 79 ff.

[52]  Margot Faak (Hg.): Alexander von Humboldt: Reise durch Venezuela. Auswahl aus den amerikanischen Reisetagebüchern. Berlin: Akademie Verlag, 2000, S. 324 f.

[53]  Alexander von Humboldt: Ansichten der Natur. Nördlingen: Greno 1986, S. 193.

[54] Ebd., S. 192.

[55]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 35.

[56]  Humboldt an Karl Freiesleben, ohne Ort, 25. November 1796. In: Jahn, Ilse / Lange, Fritz G. (Hg.): Die Jugendbriefe Alexander von Humboldts. 1787- 1799. Berlin: Akademie Verlag 1973, S. 553.

[57]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 70.

[58] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[59] Ebd.

[60]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 30.

[61] Ebd. S. 38.

[62] Ebd. S. 127.

[63] Ebd. S. 200.

[64]  Margot Faak (Hg.): Alexander von Humboldt: Reise auf dem Magdalena, durch die Anden und Mexiko. Aus seinen Reisetagebüchern. 2 Bände. 2., durchgesehene Auflage. Berlin: Akademie Verlag, 2003, hier Bd. 1, S. 45 und 92.

[65]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 76.

[66]  Zur Führung des Titels „Baron“ war er eigentlich gar nicht berechtigt. Vgl. Kurt-R. Biermann: War Alexander von Humboldt ein „Freiherr“ (oder „Baron“)?“ In: HiN – Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam - Berlin) XII, 23 (2011) <http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin23/biermann.htm>.

[67]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 36.

[68]  Bericht von Caroline Bauer, Berlin 1827. In: Claire May: Rahel Varnhagen, geb. Levin. Ein Frauenleben im 19. Jahrhundert. Berlin: Das Neue Berlin 1949, S. 13 f.

[69]  Kurt-R. Biermann: Alexander von Humboldt. 4. Auflage. Leipzig: Teubner 1990, S. 90.

[70]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 126.

[71] Ebd. S. 126.

[72] Ebd. S. 198.

[73] Ebd. S. 264.

[74]  Vgl. Manfred Geier: Die Brüder Humboldt. Eine Biographie. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2009. S. 56-63 und Frank Holl / Eberhard Schulz-Lüpertz: „Ich habe so große Pläne dort geschmiedet...“ – Alexander von Humboldt in Franken. Gunzenhausen: Schrenk 2012 (im Druck).

[75]  W.F.A. Zimmermann: Das Humboldt-Buch. 2. Abt. Berlin: Gustav Hempel, 1859, S. 114.

[76]  An Joachim Heinrich Campe, Göttingen, 21. Februar 1790. In: Jugendbriefe, S. 87.

[77]  Vgl. hierzu die Gespräche Alexander von Humboldts. Herausgegeben von Hanno Beck. Berlin: Akademie Verlag 1959, S. 51 f; sowie Ottmar Ette: »... daß einem leid tut, wie er aufgehört hat, deutsch zu sein«: Alexander von Humboldt, Preußen und Amerika. In: HiN - Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam - Berlin) III, 4 (2002), 24 S. <http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin4/ette_1.htm>.

[78] Daniel Kehlmann: »Ich kann nicht rechnen.«

[79] a) Vgl. auch Ottmar Ettes Beitrag in dieser Nummer. b) Quelle des Humboldt-Zitats: Alexander von Humboldt: Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents. Bd. 2, S. 1255 f.

[80] Daniel Kehlmann: »Ich kann nicht rechnen.«

[81]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 31.

[82]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 69.

[83] Kehlmann, Daniel: »Mein Thema ist das Chaos.«, S. 177.

[84] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[85] Daniel Kehlmann: Die Größe und Komik des Deutschseins.

[86]  Alexander von Humboldt: Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. 1845, Bd. 1, S. 36. Zit. nach der Ausgabe der Anderen Bibliothek, ediert von Ottmar Ette und Oliver Lubrich. Frankfurt am Main: Eichborn 2004, S. 24.

[87]  Humboldt an Jean-Baptiste Boussingault, Paris, 21. Februar 1825. Handschrift in der Staatsbibliothek Berlin. Zit. nach Frank Holl (Hg.): Alexander von Humboldt – Es ist ein Treiben in mir. Entdeckungen und Einsichten. München: dtv 2009, S. 110.

[88]  Alexander von Humboldt: Kosmos, Bd. 1, 1845, S. 21 bzw. S. 18.

[89]  Vgl. hier besonders Ottmar Ette: Weltbewußtsein. Alexander von Humboldt und das unvollendete Projekt einer anderen Moderne. Weilerswist: Velbrück 2002, und ders.: Alexander von Humboldt und die Globalisierung. Frankfurt: Insel 2009.

[90]  Alexander von Humboldt: Mes confessions [3. Januar 1806]. In: Lettres d‘Alexandre de Humboldt à Marc-Auguste Pictet 1795-1824, publiées dans le Journal Le Globe, 7, 1868, S. 180-190. Zit. nach der deutschen Übersetzung in: Alexander von Humboldt: Aus meinem Leben. Autobiographische Bekenntnisse. Zusammengestellt und erläutert von Kurt-R. Biermann. Leipzig, Jena und Berlin: Urania, 1987 S. 60.

[91]  Vgl. Frank Holl / Eberhard Schulz-Lüpertz: „Ich habe so große Pläne dort geschmiedet...“.

[92]  Zu Wilhelm Hornay, Potsdam, 27. August 1857. In: Wilhelm Hornay: Alexander von Humboldt. Sein Leben und Wollen für Volk und Wissenschaft. Nach Originalien. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1860, S. 53.

[93]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 238.

[94] Daniel Kehlmann: Masochist. Mit Alexander von Humboldt haben wir einen neuen Heros.

[95] Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar?, S. 23.

[96]  Alexander von Humboldt: Essai politique sur l’île de Cuba (Politischer Versuch über die Insel Cuba), zit. nach der deutschen Übersetzung: Alexander von Humboldt: Cuba-Werk. Hg. von Hanno Beck. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgemeinschaft 1992, S. 156.

[97]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 212.

[98]  Alexander von Humboldt: Insel Cuba. In: Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen, Nr. 172, 25. Juli 1856, S. 4. Zit. nach: Ingo Schwarz (Hg.): Alexander von Humboldt – Samuel Heinrich Spiker: Briefwechsel. Hg. unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. Berlin: Akademie Verlag 2007, S. 383.

[99]  Ingo Schwarz (Hg.): Alexander von Humboldt – Samuel Heinrich Spiker: Briefwechsel, S. 387.

[100]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 238.

[101]  Darwins Monographie The Origin of Species: by Means of Natural Selection or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life erschien im November 1859. Humboldt starb im selben Jahr, am 6. Mai 1859. Vgl. Petra Werner: Zum Verhältnis Charles Darwins zu Alexander v. Humboldt und Christian Gottfried Ehrenberg. In: HiN - Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam - Berlin) X, 18 (2009) <http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin18/werner.htm>.

[102] Zit. nach Petra Werner: Zum Verhältnis Charles Darwins zu Alexander v. Humboldt und Christian Gottfried Ehrenberg.

[103]  Humboldt an Charles Darwin, Sanssouci, 18. September 1839. Zit. nach: Ilse Jahn: Dem Leben auf der Spur. Die biologischen Forschungen Alexander von Humboldts. Leipzig, Jena, Berlin: Urania 1969, S. 185.

[104] »Alexander von Humboldt – Remapping Global Perspectives. Commemoration of Alexander von Humboldt on the 150th Anniversary of His Death.« Veranstaltung im German Historical Institute, Washington, D.C. 4. Mai 2009. Programminfos unter <http://www.ghi-dc.org/index.php?option=com_content&view=article&id=960&Itemid=852>.

[105]  Thomas Richter: Alexander von Humboldt. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2009, S. 126.

[106]  Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 221.

[107]  Martin Treiber und Arne Kesting: Verkehrsdynamik und –simulation. Daten, Modelle und Anwendungen der Verkehrsflussdynamik. Berlin, Heidelberg: Springer 2010, S. 211. Vgl. Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt, S. 221.

[108]  Daniel Kehlmann: Die Finken und die Wilden. Einleitung. In: Charles Darwin: Die Fahrt der Beagle. Tagebuch mit Erforschungen der Naturgeschichte und Geologie der Länder, die auf der Fahrt von HMS Beagle unter dem Kommando von Kapitän Fitz Roy, RN, besucht wurden. Hamburg: marebuchverlag 2006, S. 15.

[109]  „Das System reagiert durch ständiges Aussortieren, dem gelegentlich auch hergebrachtes Wissen bzw. erfolgreiche Begriffe und Theorien zum Opfer fallen können, auf selbstproduzierte Überschüsse, also auf selbsterzeugten Selektionsdruck. Es orientiert sich dabei an der Prämisse, dass von zwei widersprechenden Auffassungen nur eine wahr sein kann.“ Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1990, S. 538.

[110] Daniel Kehlmann: »Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker«, S. 33. 

[111] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[112]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 26.

[113] Daniel Kehlmann: »Wie ein verrückter Historiker«

[114] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[115] Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar?, S. 26.

[116]  „Das Sozialsystem Wissenschaft [...] rechnet damit, dass Wissenschaftler ehrlich sind, dass sie Zweifel nicht unterdrücken, sondern melden und überprüfen. Es rechnet damit, ein System zu sein, das sich nicht selbst betrügt.“ Niklas Luhmann: Die Wissenschaft der Gesellschaft., S. 589. Vgl. auch Frank Holl: Produktion und Distribution wissenschaftlicher Literatur. Der Physiker Max Born und sein Verleger Ferdinand Springer 1913 – 1970. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 1996, S. 10-17.

[117] Daniel Kehlmann: »Wie ein verrückter Historiker«

[118]  Vgl. auch Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 30.

[119] Ebd., S. 27.

[120] Ebd., S. 27.

[121] Daniel Kehlmann: »Wie ein verrückter Historiker«

[122] „Literatur im Foyer“ – extra. Thomas Gottschalk und Daniel Kehlmann zu Gast bei Felicitas von Lovenberg, 1. September 2011, 22.30 Uhr SWR Fernsehen.

[123]  „Daniel Kehlmann hält mit guten Gründen in seinen Interviews immer wieder an dieser Behauptung [im Dienste der Wahrheit zu agieren] fest, bildet sie doch auch die Grundlage für seinen Bucherfolg: Nur der Anspruch, die gleichsam „verborgene“ Seite beider Wissenschaftler zu zeigen, kann ein großes Lesepublikum dank des Anreizes und der Verlockung gewinnen, anstelle der vermeintlich nur schwer lesbaren und unverständlichen wissenschaftlichen Werke ein noch tieferes Verständnis beider Forscher auf nur wenigen Seiten geboten zu bekommen.“ Ottmar Ette: Alexander von Humboldt und die Globalisierung, S. 310.

[124]  Zit. nach Klaus Zeyringer: Vermessen. Zur deutschsprachigen Rezeption der ‚Vermessung der Welt‘. In: Nickel, Gunther (Hg.): Daniel Kehlmanns ‚Die Vermessung der Welt’, S. 86.

[125]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 35

[126] Die Humboldt-Forschungsstelle erhält allerdings beinahe täglich Anfragen, meist als Emails, und viele drehen sich um „Humboldt-Zitate“ über Orte („die Gegend von … ist die schönste“), Bäume („habt Ehrfurcht vor dem Baum“), Weltanschauungen („die gefährlichste Weltanschauung …“). Vermutlich sind viele solcher nicht belegten Aussprüche für Kehlmann humboldtgemäßer als echte, nachweisbare Zitate.

[127]  Daniel Kehlmann: Diese sehr ernsten Scherze, S. 22.

[128] Ebd., S. 22

[129] Daniel Kehlmann: »Mein Thema ist das Chaos«, S. 38.

[130] Daniel Kehlmann: »Wie ein verrückter Historiker«

[131]  Vgl. Humboldt an Reinhard und Christiane von Haeften, Cumaná, 18. und 20. November 1799. In: Alexander von Humboldt: Briefe aus Amerika 1799–1804, S. 65 f.

[132]  Reisetagebuch, Aufenthalt in Trujillo (Peru), 24. September–7. Oktober 1802. In: Margot Faak (Hg.): Alexander von Humboldt: Reise auf dem Magdalena, durch die Anden und Mexiko. Bd. 2, S. 170. 

[133] Daniel Kehlmann: Wo ist Carlos Montúfar?, S. 23. 

[134]  Alexander von Humboldt: »Insel Cuba«, zit. nach: Ingo Schwarz (Hg.): Alexander von Humboldt – Samuel Heinrich Spiker: Briefwechsel, S. 383.

[135]  Alexander von Humboldt: Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents. Bd. 1, S. 294.

[136]  Zu Wilhelm Hornay, Berlin, 25. August 1857. In: Wilhelm Hornay: Alexander von Humboldt, S. 12 f.

[137]  Wie sich Humboldt gegen literarische Verhackstückung zur Wehr gesetzt hat, zeigt der „Fall Dedenroth“: Ingo Schwarz: „Humbug und Taktlosigkeit“ oder „ein anlockendes Aushängeschild“ - Alexander von Humboldt als Held einer Novelle – 1858. In: HiN – Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien (Potsdam - Berlin) VIII, 14 (2007) <http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin14/schwarz.htm>.

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Letzte Aktualisierung: 06 Mai 2013 | Kraft
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